SPIEGEL-Gespräch: “Schluss mit den Belehrungen”
Im SPIEGEL-Gespräch “Schluss mit den Belehrungen” gibt der Singapurische Politikprofesser Kishore Mahbubani (59) über Demokratie, Menschenrechte und das Verhältnis des Westens zu Asien Auskunft. Mit harschen Worten verteidigt Mahbubani die ablehnende Einstellung autoritärer asiatischer Staaten zu Demokratie und Menschenrechten. Die Forderungen des Westens nach Demokratisierung werden von ihm als westlicher Chauvinismus zurückgewiesen. Demokratie sei genauso fehlerbehaftet wie ein autoritäres Regime und sie unterschieden sich im Bezug auf die Umsetzung von Menschenrechten keineswegs, so Mahbubani. Mahbubani ist Professer und Dekan an der Lee Kuan Yew School of Public Policy an der National University of Singapore. Zum SPIEGEL-Gespräch “Schluss mit den Belehrungen” »
Tags: Demokratie, Menschenrechte
Am 20. August 2008 um 00:06 Uhr
Du solltest erwähnen, dass Kishore Mahbubani sehr eng mit der singapurischen Regierung verbunden ist und ein Verteidiger des elitären Regimes ist. Er wie Lee Kuan Yew ist Verteidiger sogenannter “asiatischer Werte” die von autoritären Eliten verwendet werden um ihre Herrschaft zu legitimieren. Es gibt in Singapur jedoch auch Advokaten eines demokratischen Regimes, wie Dr. Chee Soon Juan. Es ist dazu sicher hilfreich das Buch des singapurischen Politikwissenschaftler Hussin Mutalib zu lesen: Parties and Politics: A Study of Opposition Parties and the PAP in Singapore. Darüber hinaus darf man nicht vergessen, das Singapur selbst den Anspruch zu Demokratie stellt, wie dies z.B. im nationalen Eid steht. Auch die regelmäßigen Wahlen zeigen, dass Singapur auf diese nicht verzichten kann. Darüber hinaus zeigt der Blick auf singapurische Blogs, dass besonders viele junge Singapurer nicht die gleiche Meinung zu Demokratie haben wie die Regierungspartei. So lange Singapur effizient und wirtschaftlich erfolgreich bleibt, wird es keine große Herausforderung für die Regierung.